Häufig gestellte Fragen

An dieser Stelle möchten wir auf häufig gestellten Fragen Antwort geben.

1. Ist Brustkrebs heilbar?

Insgesamt werden weit mehr Patientinnen geheilt als nicht geheilt, in den letzten 10 Jahren haben sich die Heilungsraten verdoppelt. Bei den kleinen Tumoren (kleiner als 1 cm) können mehr als 90 % der Frauen durch konsequente interdisziplinäre Behandlung dauerhaft geheilt werden.

2. Ist die Entfernung der Brust sicherer als die Erhaltung?

Grundsätzlich wird Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt zur brusterhaltenden Behandlung nur dann raten, wenn sie für die Heilung genauso sicher ist, wie die Entfernung der Brust. Das ist sehr oft der Fall; nur wenn z.B. an sehr unterschiedlichen Stellen der Brust Krebsknoten sitzen oder der Befund so ausgedehnt ist, dass eine Brusterhaltung kosmetisch nicht befriedigend durchzuführen wäre, muss man sich ein anderes Verfahren überlegen.

Allerdings muss die operierte Brust unbedingt nachbestrahlt werden, ansonsten ist das Risiko einer erneuten Krebsbildung deutlich erhöht.

3. Ist die Bestrahlung der Brust gefährlich?

Nein, sie führt auch weder zu Haarausfall noch zu Übelkeit. Lediglich ein sogenannter „Strahlenkater“ tritt etwa ab der 2. Woche auf, der mit Müdigkeit einhergeht.

4. Bestrahlung oder Chemo?

Dies ist keine Alternative. Die Bestrahlung dient zur Verminderung des Risikos, dass „vor Ort“ erneut Krebswachstum entsteht. Die Chemotherapie wird dagegen bei manchen Patientinnen empfohlen, um das Risiko von Fernabsiedlungen (Metastasen) in Knochen, Leber, Lunge etc. zu senken.

5. Chemo oder Anti-Hormone?

Manche Tumoren sind hormonempfindlich, d.h. sie sind einer antihormonellen Behandlung zugänglich. In diesen Fällen kann mit einer Tablettenbehandlung das Risiko des Wiederauftretens deutlich reduziert werden. Falls dieses Risiko besonders hoch ist, wird man einer Patientin evtl. zusätzlich zu einer Chemotherapie raten.

Wenn der Tumor für Hormone unempfindlich ist, kann nur mit einer Chemotherapie das Risiko des Wiederauftretens gesenkt werden.

6. Wie finde ich heraus, ob ein Knoten Brustkrebs ist?

Ein neu aufgetretener Knoten sollte spätestens dann abgeklärt werden, wenn er nach der nächsten Periode noch zu tasten ist. Tastbefund, Ultraschall und Mammographie, gelegentlich auch die Kernspintomographie sind notwendig um eine Diagnose zu stellen. Die Untersuchungen ergänzen einander. Bleibt ein Verdacht bestehen, so wird als nächstes eine Gewebeprobe entnommen. Diese erfolgt nahezu schmerzfrei in örtlicher Betäubung mit einer Nadel. Spätestens am folgenden Tag hat man dann eine sichere Diagnose.

6. Kann ich statt zur Mammographie auch zum Ultraschall gehen?

Bislang konnte die Ultraschall-Untersuchung weltweit die Heilungsraten beim Brustkrebs nicht verbessern. Dies ist nur mit der Mammographie in der Vorsorge ab dem 40. Lebensjahr möglich. Bei Frauen zwischen 50 und 69 Jahren gibt es hierfür ein staatliches Vorsorgeprogramm (Mammographie-Screening). Der Ultraschall hat seine Stärke darin, Veränderungen, die man tastet oder die im Röntgenbild zu sehen sind, diagnostisch sicherer einzuschätzen.

7. Kann ich mit der Kernspintomographie „Strahlen sparen“?

Die Kernspintomographie ist die empfindlichste diagnostische Methode um krankhafte Veränderungen zu erkennen. Sie erfolgt ohne Röntgenstrahlung. Die Untersuchung ist jedoch teuer. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen derzeit nur nach einer Brustkrebs-Operation übernommen. Wenn die Kernspintuntersuchung unauffällig ist, ist dies sehr zuverlässig: Allerdings werden häufiger auffällige Befunde erhoben, die sich im Weiteren als harmlos herausstellen.

8. Welche Möglichkeiten des Wiederaufbaus der Brust gibt es?

Grundsätzlich kann ein Wiederaufbau sofort oder zeitlich verzögert erfolgen. Der Wiederaufbau kann mit künstlichen Prothesen (Silikon) oder unter Verwendung von körpereigenem Gewebe erfolgen. Die Verwendung körpereigenen Gewebes erfordert eine zeitaufwändige Operation. Vor- und Nachteile der Verfahren werden mit Ihnen ausführlich besprochen.

9. Wie lange muss ich im Krankenhaus bleiben?

Alle Operationen an der Brust sind für den Körper eine viel geringere Belastung als für die Seele! Der Krankenhausaufenthalt beschränkt sich auf 3-8 Tage

10. Was kann ich nach der Erkrankung tun, um mein Rückfallrisiko zu senken?

Wichtig ist die Einhaltung der verordneten Behandlung. Man weiß, dass viele Patientinnen nach ein bis zwei Jahren die Tabletten absetzen. Wenn Sie im Zweifel sind, ob sie die Tabletten weiter nehmen sollen, dann lassen sie sich von Ihrer Ärztin oder ihrem Arzt den Nutzen genau berechnen, dafür gibt es ein spezielles Computerprogramm.

Außerdem sollten Sie die regelmäßige klinische und Röntgen-Untersuchung der Brust durchführen lassen, d.h. bei brusterhaltendem Vorgehen ab 6 Monate nach Beendigung der Strahlentherapie halbjährlich. Die gesunde Brust sollte jährlich untersucht werden.

Alle weiteren Maßnahmen wie Sport, Ernährung, psychologische Unterstützung dienen der Steigerung Ihres Wohlbefindens und Ihrer allgemeinen Gesundheit.

Sie können allerdings darauf achten, dass Sie andere Risikofaktoren für Ihre Gesundheit wie Zigarettenrauchen, Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes in Zusammenarbeit mit Ihrem Hausarzt möglichst gering halten.

11. Können auch Männer Brustkrebs bekommen?

Ja, das ist allerdings selten. Meist wird der Tumor später entdeckt, und Männer sind auch im Mittel etwas älter, wenn sie erkranken. Daher hatte man den Eindruck, dass der Krebs bei Ihnen gefährlicher ist. Vergleicht man die einzelnen Erkrankungsstadien, so stimmt dies allerdings nicht. Auch die Therapie ist die gleiche.

12. Hätte ich etwas anders machen sollen, um keinen Brustkrebs zu bekommen?

Diese Frage stellen sich sehr viele Patientinnen nach der Diagnose. Erstens kann man an der Vergangenheit nichts ändern, insofern führt sie nicht weiter. Zweitens gibt es keinen Lebensstil, der vor Brustkrebs schützt. Warnen möchten wir hier vor einigen „alternativen“ Erklärungsmodellen zur Krankheitsentstehung, die jeder wissenschaftlicher Grundlage entbehren und die die Patientinnen eben oft in dem Glauben lassen, sie seien an ihrer Erkrankung „selbst schuld“.

13. Hätte ich früher zum Arzt gehen sollen?

Es gilt das Selbe wie unter Frage 12. Wir wissen, dass einige Frauen unabhängig von ihrer Schulbildung oder sozialen Situation erst spät medizinische Hilfe suchen. Kein vernünftiger Arzt wird hieraus einen Vorwurf ableiten.